Sofie Yurov berichtet von ihren Erfahrungen beim „Start-Up“-Specialhockey Lehrgang

Mein Name ist Sofie und ich habe mit fünf weiteren Teilnehmern am Start-up Specialhockey Lehrgang teilgenommen. Ich werde im September ein freiwilliges soziales Jahr beim Limburger Hockey Club beginnen.

Ich habe zuvor sehr wenig bis nichts von Specialhockey mitbekommen und konnte mir nicht viel darunter vorstellen. Sigi Böckling hat mich dann darauf aufmerksam gemacht, dass wir in unserem Club schon mal mit der Lebenshilfe zusammengearbeitet haben und Menschen, die eingeschränkt sind, die Möglichkeit gegeben haben, Hockey zu spielen. Ich war danach sehr daran interessiert, während meines FSJs so ein Team aufzustellen und habe an dem Lehrgang teilgenommen.

Ich hatte, wie gesagt, keinerlei Erfahrungen und bin deshalb ohne große Erwartungen nach Köln gefahren.  Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich wirklich sehr begeistert bin. Nicht nur von der Thematik und davon, wie Linda uns über alles aufgeklärt hat, sondern natürlich auch von der Gruppe, mit der wir dieses Wochenende verbracht haben. Wir haben viel voneinander und miteinander gelernt.

Am meisten gelernt und inspiriert wurde ich vom Specialhockey Team Germany. Die Jungs waren einfach Klasse! Sowohl als Einzelpersonen als auch als Gruppe.

Ich habe gelernt, wie ich mich richtig verhalten muss, was ich beachten muss und natürlich auch welche Risiken es gibt. Allerdings ist mir besonders aufgefallen, dass die Jungs beim Hockey genauso sind wie wir alle. Sie haben unglaublich viel Spaß beim Spielen, freuen sich auf jede Trainingseinheit und unterstützen sich gegenseitig so gut sie können. Sie benötigen natürlich von Außen mehr finanzielle und materielle Hilfe, was einfach an der Lebenssituation der Betroffenen liegt. Mehr und sorgfältigere Organisation ist gefragt. Das alles ist nur zu schaffen, wenn man viel Spaß und Einsatzbereitschaft zeigen kann, so wie zum Beispiel Sabine und Wolgang aus Cöthen und natürlich Linda und ihr Team.

Außerdem war ich auch sehr davon begeistert, wie dankbar das Team Germany für jede kleine Hilfe ist.

Anja und ich haben während einer Trainingseinheit mit den Torhütern geübt und diesen kleine Tipps und Tricks gezeigt, was für uns selbstverständlich und irgendwo auch schon normal ist. Die beiden Jungs haben sich so sehr ins Zeug gelegt, haben ihr bestes gegeben und uns mit ihrer Freude, Liebe und Dankbarkeit viel mehr zurückgegeben, als wir ihnen eigentlich beigebracht haben. Natürlich wurden die Jungs auch mal frech und es sind ein paar Bemerkungen gefallen (Liebe Grüße an Dennis). Das alles hat zu einer wirklich tollen Stimmung geführt.

Der wichtigste Satz, den ich an diesem Wochenende gelernt habe, lautet „Man ist nicht behindert, man wird behindert“. Die meisten Jungs kennen nämlich ihre Schwächen und Stärken ganz genau. Die Mitmenschen sehen oft nur das, was sie sehen wollen. Doch eigentlich hat jeder von uns Einschränkungen oder Gewohnheiten, die nur nicht so stark zum Ausdruck kommen.

Das Training der Jungs lief genauso ab, wie jedes Hockeytraining. Natürlich muss man andere Schwerpunkte setzten aber das ist in jedem Team so. Wir haben sehr gut gelernt, wie ,man so ein Training sowohl von der Kommunikation, als auch von den Übungen her aufbauen sollte.

Der persönliche Kontakt zu dem ganzen Team (Louis, Stefan, Markus, Dennis, Daniel, Kevin, Thorsten, Flo, Jan, Marius und Lennard) war mein kleines Highlight. Danke an euch und natürlich eure Betreuer, die das alles ermöglicht haben!

Ich freue mich sehr, eine Mannschaft in Limburg aufzustellen und euch eventuell alle nächstes Jahr bei uns bei einem Camp wiederzusehen.

Der Lehrgang hat mir sehr geholfen, Anhaltspunkte für mein Projekt zu finden.