Mit dem DHB Trainerinnen A-Leistungssportlehrgang 2026 geht die DHB Akademie neue Wege in der Trainerinnenausbildung. Nach intensiven Evaluationen der vergangenen Lehrgänge wurde das Ausbildungskonzept weiterentwickelt. Das Feedback der Teilnehmenden aus den letzten beiden Jahren war eindeutig: Die Inhalte wurden teilweise als zu wissenschaftlich, zu wenig kompetenzorientiert und mit zu wenig erkennbarem roten Faden wahrgenommen. Für die DHB Akademie war deshalb klar, dass die Vermittlung der komplexen Inhalte neu gedacht werden musste. Mit Valentin Altenburg, DHB Chef-Bundestrainer Nachwuchs und Lehrgangsleiter, wurde die ideale Persönlichkeit gefunden, um diesen Veränderungsprozess anzuführen und die höchste Lizenzstufe im deutschen Hockey weiterzuentwickeln.
„Unser Anspruch ist es, in der DHB Akademie absolute Top-Trainerinnen zu entwickeln. Dafür müssen wir moderne Lernumgebungen schaffen, in denen Wissen nicht nur vermittelt, sondern aktiv erarbeitet wird. Der aktuelle Lehrgang zeigt eindrucksvoll, wie kompetenzorientierte Trainerinnenentwicklung im deutschen Hockey aussehen kann“, erklärt Daniel Weißer, Leiter der DHB Akademie. Im Mittelpunkt des neuen Konzepts steht das eigenverantwortliche Lernen. Statt klassischer Frontalveranstaltungen erhalten die Teilnehmerinnen regelmäßig Impulse von ausgewiesenen Expertinnen und erarbeiten sich die definierten Lernziele gemeinsam in einer leistungsstarken Lerngruppe. Dabei fungiert Valentin Altenburg vor allem als Prozessbegleiter, der die Lernenden durch die Woche führt und die verschiedenen Themen miteinander verknüpft. „Wir möchten Trainerinnen nicht mit möglichst vielen Informationen versorgen, sondern sie dazu befähigen, die richtigen Fragen zu stellen, Lösungen zu entwickeln und ihre eigene Trainerinnenpersönlichkeit weiterzuentwickeln. Die Stärke des Lehrgangs liegt darin, dass die Gruppe gemeinsam lernt und voneinander profitiert“, sagt Valentin Altenburg.
Auch die Lernumgebung im Landesleistungszentrum Köln wurde bewusst verändert. Die klassischen Tischreihen sind verschwunden. Stattdessen entstand ein Arbeitsumfeld, das Zusammenarbeit, Austausch und Eigenverantwortung fördert. Innerhalb der Gruppe übernehmen die Teilnehmenden unterschiedliche Rollen. Während sich z.B. ein „Snack Manager“ um die Verpflegung zwischen den Einheiten kümmert, organisiert der „Freizeitmanager“ gemeinsame Aktivitäten wie Beachvolleyball am Abend. Der „Time Manager“ sorgt für einen strukturierten und pünktlichen Ablauf. So entsteht eine Lernkultur, in der sich alle aktiv einbringen und Verantwortung übernehmen. Einen wesentlichen Erfolgsfaktor bildet zudem die Auswahl der Teilnehmer*innen. Durch das Bewerbungsverfahren konnte eine außergewöhnlich vielfältige und leistungsstarke Gruppe zusammengestellt werden. Unterschiedliche berufliche Hintergründe und Erfahrungen bereichern die Diskussionen und ermöglichen wertvolle Perspektivwechsel. Besonders bemerkenswert ist die Bandbreite der Teilnehmenden: So nutzt der aktuell verletzte Weltklasse-Eckenspezialist Gonzalo Peillat seine Kreuzbandrehabilitation, um die höchste Trainerinnenlizenz zu absolvieren. Gleichzeitig bringt die ehemalige Nationalspielerin Charlotte Stapenhorst ihre Erfahrungen als internationale Spitzenspielerin in die gemeinsame Arbeit ein. Die beruflichen Einsatzfelder der Teilnehmerinnen reichen von Nachwuchsleistungsmannschaften bis hin zu Trainer*innenfunktionen im Umfeld der deutschen Nationalteams. Diese Vielfalt schafft einen außergewöhnlich wertvollen Lernraum.
Ein weiterer Baustein des Lehrgangs ist der Input hochkarätiger Expertinnen. Bereits in der ersten Lehrgangswoche beschäftigten sich die Teilnehmerinnen unter anderem mit Diagnostik unter der Leitung von Akim Bouchouchi (Bundestrainer Wissenschaft), Trainer*innenkarrieren mit Lothar Linz (Leiter Trainerakademie Köln) sowie Trainingsplanung und Trainingsphilosophie mit Paul Koch (U18-Bundestrainer). Die Lernziele reichten von der Anwendung sportwissenschaftlicher Diagnostik über die Entwicklung einer eigenen Trainingsphilosophie bis hin zur systematischen Trainingsplanung. Auch in der zweiten Lehrgangswoche „Die Kunst des Coachings“ erhalten die Teilnehmer*innen Impulse von zahlreichen Experten. Themen sind unter anderem videobasierte Spielvor- und Nachbereitung mit Gero Leichenich (Analyst DANAS), die Analyse des Erfolgsfaktors Eckenschlenzer mit Yanick Dehoff (Absolvent Trainerakademie), das Coaching des Spiels gegen den Ball mit Markus Lonnes (U16-Bundestrainer), systemisches Coaching mit Stefan Kermas, (ehemaliger Bundestrainer HONAMAS) Coaching-Fallen mit Markus Weise (ehemaliger Bundestrainer DANAS+HONAMAS), Athletik-Coaching mit Pierre Gillo (DHB Bundesathletiktrainer), Perspektiven der Spielleitung mit Raphael Adrien (FIH Schiedsrichter) sowie die Entwicklung einer eigenen Spielphilosophie mit André Henning (Bundestrainer HONAMAS). Ziel ist es, die Teilnehmenden zu befähigen, moderne Coaching-Prozesse ganzheitlich zu analysieren, umzusetzen und weiterzuentwickeln.
Im November 2026 steht für die Teilnehmerinnen die Abschlussprüfung an. Danach wird das deutsche Hockey um eine neue Generation hochqualifizierter A-Trainerinnen reicher sein. Bereits ab Oktober 2026 können sich interessierte Coaches für den A-Leistungssportlehrgang 2027 der DHB Akademie bewerben. Die aktuelle Lehrgangsgruppe zeigt eindrucksvoll, wie moderne Trainerinnenentwicklung gelingen kann: kompetenzorientiert, praxisnah, gemeinschaftlich und mit dem klaren Ziel, die Trainerinnenqualität im deutschen Hockey nachhaltig auf höchstem Niveau zu sichern.

Zu den Teilnehmerinnen des DHB Trainerinnen A-Leistungssportlehrgangs 2026 gehören:
- Joel Correia (Wiesbadener THC)
- Tim Cremer (Blau Weiss Köln)
- Felix Fischer (Club an der Alster)
- Fabian Fritsche (Münchner SC)
- Robin Klerx (Hannover 78)
- Johannes Oberlies (HC Ludwigsburg)
- Marc Przesang (Club an der Alster)
- Jörg Schaller (ESV München)
- Anton Schmidt-Opper (SC Frankfurt 1880)
- Charlotte Stapenhorst (Zehlendorfer Wespen)
- Florian Westermann (Klipper THC)
- Tim Alexander Wolff (DHC Hannover)
- Can Yurtseven (Bietigheimer HTC)
- Jakob Zilkens (Rotation Berlin)
- Gonzalo Peillat (Mannheimer HC)

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